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The Revolution Will Not Be Properly Licensed


Bildquelle fotografiona

Bei Torrentfreak gibt es aktuell einen interessanten Beitrag über den Kampf der Kulturen im Netz. Wie die  Interessen von Netzaktivisten bzw Revolutionären auf die der Politik und Konzerne prallen. Was Piraterie mit freier Meinungsäußerung zu tun hat und warum freie Software wichtig ist.

Das alles nach dem Klick (englisch)


 

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kommentieren March 5th, 2011

Das Geheimnis eines Bluescreens

Da es - wie ich hoffe - doch einige User ernsthaft interessiert, einmal hinter das Geheimnis eines Bluescreens zu schauen, habe ich mich entschlossen, ein How-To betreffs Bluescreens und ihrer Analyse zu schreiben. Das Material lehnt sich dicht an einen Artikel aus einer c’t des Jahres 2004 an, indem die gesamte Vorgehensweise sehr gut beschrieben wird.

Zuallererst sollte man sich von dem Gedanken freimachen, ein BSOD sei etwas schlechtes. Erscheint ein Bluescreen, dann heisst das, das das Betriebssystem festgestellt hat, das es sich momentan in einem Zustand befindet, in dem es nicht mehr sicher weiterarbeiten kann. Jede noch folgende Aktion könnte größeren Schaden nach sich ziehen, weshalb das System sich folgerichtig kontrolliert selbst herunter fährt.

Ich empfehle deshalb auch im Fall eines völligen Einfrierens des Systems selbst einen Bluescreen hervorzurufen, anstatt per Reset-Schalter oder ähnlichen Experimenten das System noch mehr zu schädigen.

Die Voraussetzungen dafür sind ganz einfach einzurichten:

- in der Registry zum Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEMCurrentControlSet\Services\i8042prt\Parameters

navigieren
- dort einen neuen DWORD-Wert mit dem Namen CrashOnCtrlScroll einrichten und diesem den Wert 1 zuweisen
-Neustart

Nach dem Neustart kann jederzeit ein Bluescreen ausgelöst werden, indem man die rechte Strg-Taste gedrückt hält und zweimal auf Rollen drückt (die mittlere Taste in der Dreiergruppe über dem Cursor-Block, die auch manchmal mit Scroll oder ScrlLock beschriftet ist.

User, die noch keinen Bluescreen zu Gesicht bekommen haben, sich aber über einen manchmal aus heiterem Himmel erfolgenden Neustart des Systems wundern, sind (unwissentlich) Microsofts honigsüßen Worten auf den Leim gekrochen, das es unter XP keine Bluescreens mehr gäbe.
Diese Aussage ist insofern korrekt, als das die Bluescreens einfach versteckt wurden. Sollte ein Ereignis wie ein plötzlicher scheinbar unmotivierter Neustart auftreten, dann sollte man unter folgendem Pfad nachschauen und wenn man an einer Bluescreen-Analyse interessiert ist, die Optionen wie folgt einstellen

Rechtsklick auf Arbeitsplatz/Eigenschaften/Erweitert/Starten und Wiederherstellen/Einstellungen/Systemfehler

Hier gibt es drei wichtige Optionen:

"Automatisch Neustart durchführen" - sollte deaktiviert sein.
(Ist es aktiviert, kommt es eben zu einem Neustart, ohne dass ein Bluescreen gezeigt und die CPU angehalten wird)

"Debuginformatioen speichern" - hier ist standardmäßig das "kleine Speicherabbild" ausgewählt, was jedoch für eine Analyse des BSOD nicht ausreicht. Hier sollte "Kernelspeicherabbild" eingestellt werden. Ein "vollständiges Hauptspeicherabbild" ist so groß wie der komplette Hauptspeicher plus ein paar zusätzliche MB, bringt jedoch keine Vorteile.

"Vorhandene Dateien überschreiben" - sollte aktiviert sein, da andernfalls Windows einfach kein Speicherabbild schreibt, wodurch man den Fehler dann auch nicht analysieren kann. Resultierend daraus sollte man nach einem BSOD und dem Neustart des Systems den erstellten Memory-Dump entweder umbenennen oder durch Kopieren sichern.

Damit ist der erste Teil der Analyse-Vorbereitung abgeschlossen.

Zur Sicherheitsarchitektur von XP gehört es, dass ein x-beliebiges Programm Windows nicht zum Absturz bringen kann, da dieses im sogenannten User-Mode (auch "Ring 3") genannt in einem eigenen virtuellen Adressraum läuft und nicht auf den Adressraum anderer Programme oder gar der Hardware zugreifen kann.
Ein Bluescreen kann nur entstehen, wenn Code im Kernel-Mode (auch "Ring 0" genannt) etwas tut, was er nicht darf.Das können Gerätetreiber, oder der Mikrokernel selbst sein. Im "Ring 0" teilen sich alle Treiber einen gemeinsamen Adressraum und können sich deshalb auch gegenseitig Schwierigkeiten machen.

Soviel zur Theorie.

Zeigt das System nun einen Bluescreen, bekommt man schon ein paar wichtige Informationen geliefert, die man allerdings interpretieren muss.

(dieser Bluescreen gehört nicht zur später folgenden Analyse. Ich habe ihn nur benutzt, um die nächsten Zeilen besser darstellen zu können)

Jeder Bluescreen liefert eine Zeile, die mit STOP beginnt, worauf sich eine
achtstelllige Hexadezimal-Zahl anschließt. Diese Zahl gibt einen ersten Hinweis auf den Fehler, wenn sie richtig interpretiert wird.

Oft steht ausserdem noch eine Zeile in der Art

BAD_POOL_HEADER

IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL

oder ähnliches dabei. In vielen Fällen kann man mit dieser Zeile und etwas Googelei (besser ist Scroogelei) schon im Netz Hinweise auf den Übeltäter und Lösungsvorschläge finden.
Oft hat man allerdings auch Pech.

Genau dann brauchen wir das beim BSOD erstellte Speicherabbild, das normalerweise unterhalb WINDOWS als MEMORY.DMP erstellt wurde.

Microsoft bietet uns nun ein Werkzeug an, um das Speicherabbild zu analysieren - den Debugger WinDbg (ca. 15,8 MB), der von Microsoft heruntergeladen werden kann. Allerdings nützt der Debugger allein wenig, man braucht auch noch so genannte Symboldateien, die jedoch im vollen Umfang ca. 195 MB groß sind. Die sind allerdings nicht zwingend komplett notwendig, vereinfachen aber das Verfahren, wenn sie komplett auf der Platte liegen, was bei ordentlichen DSL-Anschlüssen kein größeres Download-Problem darstellen dürfte. Allerdings erkennt der Debugger mitunter nach der Installation der Symboldateien diese nicht richtig und bringt ständig eine Fehlermeldung; deshalb bevorzuge ich auch eher die Methode des selektiven Downloads bei Bedarf wie folgt.
Wer die Symbole nicht komplett downloaden will, kann den Debugger so einrichten, dass er nur die Symboldateien aus dem Netz lädt, die gerade gebraucht werden. Das funktioniert folgendermaßen:

- WinDbg installieren
- irgendwo nach Belieben einen neuen Ordner anlegen
- im WinDbg den Menübefehl File Symbol Path wählen und in das Eingabefeld eintragen:

SRV*C:\Symbols*http://msdl.microsoft.com/download/symbols

wobei statt "C:\Symbols" der neu erstellte Ordner eingetragen werden muss. Dort speichert WinDbg die heruntergeladenen Symbole. Ich nehme dafür WINDOWS\SYMBOLS, wie man sieht.

Jetzt lädt man das beim Bluescreen erstellte Speicherabbild mit File/Open Crash Dump, woraufhin sich zwei Fenster mit den Titelzeilen Command und Disassembly öffnen. Das letztere kann man gleich wieder schließen, da es uns nichts nützt. In neueren Versionen des WinDbg öffnet sich dieses Fenster in der Regel nicht mehr mit, bei älteren Versionen war das jedoch der Fall.
Im Command-Fenstersind jetzt schon ein paar wichtige Informationen zu sehen:

- die Zeile, die mit Probably caused by: beginnt (was soviel heisst wie: "vermutlich verursacht von:") meldet einen Dateinamen, der in den meisten Fällen schon ein Treffer ist. Handelt es sich hier um eine Datei mit der Endung .sys dann lohnt es sich, zu untersuchen, woher sie stammt. (Wir nehmen hier im Beispiel mal an, es ist eine Datei namens i8042prt.sys)

- die zweite interessante Zeile beginnt mit BugCheck und enthält eine Hexadezimalzahl und weitere kryptische Angaben in Klammern. Und siehe da - es handelt sich hier um dieselbe Zahl, die nach dem STOP-Befehl auf dem Bluescreen auftauchte.

Wir sind also auf dem richtigen Weg und müssen jetzt in Erfahrung bringen, was uns diese Zahlen eigentlich sagen wollen.
Nächster Schritt:

- unten im Comand-Fenster hinter "kd>" den Befehl

!analyze -v

eingeben. Es erscheint eine Menge an Informationen, wobei wir uns auf die ersten Zeilen konzentrieren.Die Art des aufgetretenen Fehlers wird durch einen aus Großbuchsataben und Unterstrichen gebildeten Namen wie MANUALLY_INITIATED_CRASH angezeigt, verbunden mit einer (zu) kurzen Beschreibung des Fehlers. Um dazu ausführlichere Informationen zu erhalten, kopieren wir diesen Namen und fügen ihn in der Eingabezeile hinter dem Befehl ".hh" wieder ein, was dann so aussieht:

.hh MANUALLY_INITIATED_CRASH

Dieser Befehl startet die WinDbg-Hilfe, in der der Name automatisch gesucht und ausführlichere Angaben dazu angezeigt werden. Sehr oft findet man hier auch Lösungsansätze und Tipps wie der Fehler zu eliminieren ist. Steht dort, dass defekte Hardware die häufigste Fehlerursache ist, dann sollte man das Ernst nehmen.

Bei den Informationen, die der "!analyze -v"-Befehl ausgibt interessieren uns ausserdem noch die Zeilen unter der Überschrift STACK_TEXT:.
Dort steht eine umgekehrt chronologische Liste der Funktionen, die sich kurz vor dem Crash gegenseitig aufgerufen haben. In der letzten Spalte der jeweiligen zeile steht der Name des zuständigen Moduls und dahinter, durch ein + oder ! abgetrennt die Adresse innerhalb des Moduls. Wenn hier in den ersten paar Zeilen ein anderer Modulname als nt steht, dann ist dieses Modul zumindest schon mal schwer verdächtig.

mit dem Befehl

!thread

bekommt man eine weitere Ausgabe. Enthält diese die Überschrift IRP List, dann nimmt man die Adressen aus der ersten Spalte der Liste und gibt sie mit dem Befehl !irp ein. Das sieht dann z. B. so aus:

!irp ffabccd8

Daraufhin erhält man weitere Verdächtige, nämlich den Inhalt des so genannten I/O Request Packets, das an dieser Adresse im Speicher liegt. Das Packet enthält immer auch die Namen der an dieser Ein/Ausgabe beteiligten Treiber.

Weiter gehts. Wir sind fast fertig.

Den weiter oben zuerst herausgekitzelten Modul-Namen, in der Zeile, die mit Probably caused by: beginnt (i8042prt.sys), benutzen wir nun für die End-Analyse.

Wir geben den Befehl lm v ein, gefolgt vom Modulnamen ohne die Endung .sys, dafür hängen wir jedoch ein m davor. Das Ganze sieht dann so aus:

lm v mi8042prt

Jetzt sollten wir in der Ausgabe den kompletten Dateinamen mit Pfad der Treiberdatei und Herstellernamen bekommen. Ist das nicht der Fall, dann probieren wir den Befehl

!devnode 0 1

der uns eine Liste aller geladenen Gerätetreiber ausgibt. In dieser Liste suchen wir wieder den Modulnamen (ohne Endung) (über die Funktion Edit/Find in der Menüleiste)
In dem Eintrag, in dem er hinter Service Name erscheint, interessiert uns der Instance Path. Diesen notieren wir uns.

Und damit hat die schwere Geburt fast ihr Ende gefunden.

Wir starten wieder regedit und gehen in den Pfad

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Enum

und von dort aus weiter genau entlang des eben notierten Pfades.Und hier verrät uns endlich der Eintrag DeviceDesc, um was für ein Gerät oder Treiber es sich bei dem wahren Übeltäter handelt.

Fertig!

Hat man die den Fehler auslösende Komponente dann identifiziert, sollte man sich z. B. im Gerätemanager noch ein paar weitere Infos zum Treiber besorgen, wie Hersteller, Versionsnummer usw. und sich dann auf die Suche nach einem neuen Treiber machen. Manchmal hilft auch eine einfache Neuinstallation des bewußten Treibers, bzw. eine Systemwiederherstellung oder das Zurückspielen eines vorher angelegten Images, um den früheren Zustand vor der Veränderung, die den Fehler ausgelöst hat, wieder herzustellen. Natürlich kann man sich - mit diesen gesammelten Angaben bewaffnet - auch auf in die Weiten des Netzes begeben, um eine intensive Internet-Recherche zur Fehlerbeseitigung zu betreiben. Sollte es sich um defekte Hardware handeln, dann wäre wohl ein Austausch das passende Procedere.

Ich gebe zu, das Ganze ist kein Kinderkram, aber einen richtigen Computerfreak sollte es schon mal reizen, solche Geheimnisse zu erforschen und zu entdecken, anstatt nur mit den Schultern zu zucken, wenn ein BSOD auftaucht.

Übrigens, wer keinen Bluescreen mehr sehen will, kann auch die Farbe ändern und hat dann eben einen RSOD oder GSOD.

Dazu braucht nur folgendes:

- im WINDOWS-Ordner zur SYSTEM.INI navigieren und diese wie folgt editieren:
Nach [386Enh] folgende Einträge hinzufügen:

MessageTextCOLOR=X
MessageBackCOLOR=X

Das X einfach durch die Nummer der gewünschten Farbe ersetzen:

Black = 0
Blue = 1
Green = 2
Cyan = 3
Red = 4
Magenta = 5
Yellow/Brown = 6
White = 7
Grey = 8
Bright Blue = 9
Bright Green = A
Bright Cyan = B
Bright Red = C
Bright Magenta = D
Bright Yellow = E
Bright White = F

Wobei ich 7 und F nicht ernsthaft in Erwägung ziehenn würde. Denn weisse Schrift auf weissem Grund, das erinnert mich irgendwie an die ostfriesische Nationalflagge…

Viel Spaß und gutes Gelingen.


 

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1 Kommentar June 5th, 2007

P2P als “Demokratiepotential bisher unerreichter Qualitat”

Per F!XMBR und Falk Merten gefunden: Die Diplomarbeit von Martin Häcker und Andreas Janson als aktueller Rundumblick über technische Grundlagen, juristische Implikationen und kulturelle Perspektiven von Filesharing. In der habe ich jetzt schon zwei Stunden höchst interessiert herumgestöbert. Gerade die politische Dimension von P2P im Kontrast zu herkömmlichen Massenmedien erschienen mir bis jetzt wissenschaftlich zu wenig betrachtet.

Das Ding würde ich mir auch als Buch kaufen, als PDF gibts die Arbeit aber unter CC-Lizenz sogar für umme.

  • eD2K-Downloadlink für das PDF in Hires-Version (18,4 MB) -> Achtung! Link kopieren, im eMule über "Tools" bei "Download durch eD2K" einfügen -> "http" durch "ed2k" ersetzen!



 

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kommentieren May 31st, 2007

On Piracy (Pre-Release Edition)

Schwerpunkt des Films ist die Situation in Kanada, die Macher führten Gespräche mit Vertretern der Industrie, Anwälten, Künstlern und natürlich den vielgeschmähten "Piraten".

Weitere Themen der Doku: DRM, kommende Kontrollstrukturen wie TPM und einschneidende Gesetze wie der DMCA.

Das Video kann auch ber Bittorrent gesaugt werden, alles weitere bei gulli.com


 

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kommentieren May 12th, 2006

Internet TV via RSS

Ein sehr interessantes Blog ist ja Digitaler Film - Film und Fernsehen im digitalen Rauschen. Die Tage gab es dort ein Posting zum Thema "Internet TV via RSS". Unbedingt lesenswert.


 

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kommentieren March 31st, 2006

Google Earth mit neuem Kartenmaterial

Juhu, fast ganz Deutschland in beinahe hochauflösend! Google Earth hat das Kartenmaterial upgedatet.

earth.google.com
 

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5 Kommentare March 24th, 2006

Chaosradio Website Relaunch

Yeah. DIe Chaosradio Webseite wurde überarbeitet und erweitert. Es gibt neue RSS Feeds und was mir sehr gefällt Chaos TV: Chaosrelevante Videobeiträge; und darunter auch gleich eine Perle: Wau Holland: Komplexität & Management. Auch die Datenschleuder wurde eingebunden, ist als PDF erhältlich und hat einen RSS Feed.

Gleich mal den RSS Reader füttern.
 

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kommentieren March 19th, 2006

das Netz & der Amiga

Bestimmt nicht nur für Nerds interessant:
Computer Networks: The Heralds of Resource Sharing (englisch) + Frank Elstner präsentiert den ersten Amiga in Deutschland (1986)
Wow! A 1972 documentary on ARPAnet, the early internet. A very interesting look at the beginnings of what is now a huge part of most of our lives.
via

Gleich noch eine Rarität hinterher: Frank Elstner präsentiert den ersten Amiga in Deutschland (1986)
 

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6 Kommentare March 19th, 2006

Frankreich: Verbot von P2P-Software?

Aus Frankreich kommen seit Wochen schon die interessantesten Meldungen. Eigentlich müssten einem die Politiker leid tun, müssen über etwas abstimmen, von dem sie absolut keine Ahnung haben, deswegen auch das grosse Hin- und Her. Und auch der grosse Einfluss der Industrie deutet darauf hin, dass sie die Gesetze formulieren. Neueste Stilblüte:
Die größten Auswirkungen dürfte ein beschlossener und nicht mehr für eine erneute Debatte geöffneter Änderungsantrag entfalten, der aufgrund seiner Herkunft und Lobby-Unterstützung allgemein nur noch als Vivendi-Universal-Paragraph bezeichnet wird. Ihm zufolge soll mit bis zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro belegt werden, wer "wissentlich" und öffentlich Software verbreitet, die "offensichtlich darauf ausgerichtet ist", den unautorisierten Zugang zu geschützten Werken oder anderen Objekten zu gestatten. Selbst die Verbreitung von Hinweisen zu solchen Programme kann demnach genauso streng geahndet werden.

Kritiker sind dennoch der Auffassung, dass der Paragraph Kollateralschäden verursachen dürfte. Das Infozentrum EUCD.info (European Copyright Directive) geht davon aus, dass mit der "surrealistischen" Klausel neben Chat-Programmen letztlich sämtliche Server-Software und -Protokolle wie P2P, HTTP, FTP oder SSH ins juristische Zwielicht abgleiten. Da alle Applikationen angesprochen würden, welche für das Verfügbarmachen geschützter Dateien in Frage kommen, könnte dies auch gängigen Praktiken zur Veröffentlichung freier Software einen Todesstoß versetzen.

Betroffen sein könnten den Gegnern der Klausel zufolge auch Open-Source-Applikationen zum Abspielen von Multimedia-Dateien wie VLC vom VideoLAN-Projekt, da diese den Zugriff auf DVDs mit DeCSS-Verschlüsselung erlauben.
weiterlesen bei heise.de
 

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1 Kommentar March 17th, 2006

Wenn ein Virus den DVD-Spieler lahm legt

Bei telepolis gibt es heute einen Artikel über die Risiken und Nebenwirkungen von DRM.
Immer hysterischer reagieren Film- und Musikindustrie auf die vermeintliche Gefahr durch die Privatkopie. Kopiert wurde aber, seit es Tonbandgeräte und Videorekorder gibt – Platten und Filme wurden trotzdem verkauft. Doch mit dem Verkaufen könnte es bald vorbei sein – aus Angst vor den Kopierschutzschikanen, die mit HDTV, Blue-Ray-Disc und HD-DVD auf die geplagten Kunden zukommen und diese überfordern.
weiterlesen
 

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kommentieren March 16th, 2006

DRM in Frankreich

Nachdem letzte Woche die Kulturflatrate, um die es wochenlange Diskussionen gab, vom Parlament abgeleht wurde, ist jetzt DRM und die Privatkopie das grosse Thema. Erstmal klingt es so, als ob der Gesetzgeber DRM sehr einschränken und die Privatkopie stärken wolle. Aber mal schauen was Sache ist, wenn die Lobbyisten ihre Geldkoffer Argumente vorgebracht haben.

Betroffen wäre zum Beispiel iTunes, dessen Kopierschutz dann illegal wäre, weil er die Privatkopie einschränken würde. Die DVD ist schon im Vorhinein ausgenommen worden, also der Kopierschutz der DVD wird gesetzlich statt technisch geregelt.

Nachzulesen bei: netzzeitung.de, golem.de, futurezone.at, netzpolitik.org oder irights.info
 

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kommentieren March 14th, 2006

US-Rechteinhaber: Auch lebensbedrohliches DRM braucht Schutz

Nach Ansicht der Verbände der Rechteinhaber in den USA sollen DRM-Systeme auch dann nicht umgangen werden dürfen, wenn sie Menschenleben in Gefahr bringen könnten.

Alle drei Jahre überprüft die für das Copyright zuständige Behörde in den USA, das Copyright-Office, für welche Zwecke technische Schutzmaßnahmen legal umgangen werden dürfen. Zwei der eingereichten Vorschläge sahen für solche Fälle Ausnahmen vor, in denen DRM-Systeme die Sicherheit und Privatsphäre von Anwendern gefährden beziehungsweise „kritische Infrastrukturen bedrohen und möglicherweise Menschenleben in Gefahr bringen“. Vor kurzem waren Sicherheitslücken in DRM-Software bekannt geworden, die entsprechende Befürchtungen geweckt und selbst das US-Heimatschutzministerium auf den Plan gerufen hatten.
 
Nun haben sich die Verbände der Rechteinhaber – darunter Verleger, Autorenvereinigung, Business Software Alliance (BSA), der Verband der Filmindustrie (MPAA), der Verband der Musikindustrie (RIAA) – strikt dagegen ausgesprochen, Anwendern das Recht zum Selbstschutz einzuräumen. Das berichtet der prominente Sicherheitsexperte Edward Felten, der selbst Antragsteller in dem Verfahren ist.
 
Ausnahmen ausgeschlossen
 
Die Industrievertreter rechtfertigen sich mit der Verunsicherung, die möglicherweise durch gesetzliche Ausnahmen hervorgerufenen werden könnte: „Diese Unsicherheit wäre noch größer, sollten die Formulierungen aus den Vorschlägen 2 (worin die Begriffe ‚Privatspäre oder Sicherheit’) oder 8 (nach der Grenzen dort zu ziehen wären, wo Systeme zur Zugriffskontrolle ‚kritische Infrastrukturen bedrohen und möglicherweise Menschenleben in Gefahr bringen’) verwendet werden.“ Der Schutz des Eigentums der Rechteinhaber sei vorrangig: „[K]einer der unterbreiteten Vorschläge rechtfertigt eine gesetzliche Ausnahme; keiner sollte angenommen werden.“

Robert A. Gehring für irights.info
 

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kommentieren March 13th, 2006

Kopierschutz? Nein Danke


 

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kommentieren March 7th, 2006

Kampagne: Schreibt dem Phonoverband bei Kopierschutzproblemen

Die Jungs von Netzpolitik.org haben gerade eine kleine Kampagne gestartet. Vorgeschichte ist ein Radio-Interview mit dem Justiziar und Oberlobbyisten der
Musikindustrie, aber lest selbst…

War mir beim schnellen Hören irgendwie entgangen: In dem Deutschlandradio Kultur - Interview mit Hartmut Spiesecke vom deutschen Phonoverband (IFPI) zur Bagatellklausel, welches ich am Freitag verlinkte, erklärte dieser:

    (2:33) Ich habe persönlich gesagt, jeder der nen CDspieler hat bei dem ne Kopiergeschützte CD nicht läuft, der soll mir ne ‘mail schicken.

Aber das Tapetennagel-Blog hat genauer hingehört und diese Passage herausgefischt. Dann wollen wir den Herren doch mal beim Wort nehmen und auf das Angebot eingehen. Falls Ihr schonmal Probleme hattet, auf nem CD-Spieler (Dazu gehören auch CD-ROM-Laufwerke) eine kopiergeschützte CD abzuspielen, schreibt Herrn Spiesecke doch einfach eine Mail: spiesecke@phono.de.

weiterlesen 
 

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kommentieren March 6th, 2006

Bevormundung durch die Industrie per HDTV und HDDVD?

Anbei zwei interessante Artikel rund um das anstehende "High Definition"-Zeitalter und die damit kommenden Probleme. Im ersten geht es um das DRM das mit HDTV ankommt:
… das Schlachtengemälde der weltweiten Internet-Piraterie ist pure Fiktion, es gibt bis heute keinen erbrachten Beweis dafür, dass eine private Weitergabe von Filmen (oder Musik) die Umsätze schmälern würden. Ernsthafte Untersuchungen zeigten wiederholt, dass diese neue Variante von interaktivem Piraten-Radio (und Piraten-TV) tatsächlich gegen das exklusive Senderecht verstösst, daneben aber auch die Verkäufe ankurbelt, weil Cineasten und Musikfans neben der Kopie eben auch das Original besitzen wollen.
weiterlesen beim Bootsektor

Im zweiten Artikel geht es um das analoge Loch, das gestopft werden soll, damit die bösen Piraten Kunden keinen Content abgreifen können:
Das Kopieren analoger Ausgangssignale soll nach dem Willen der MPAA verhindert werden - nur sehen die Gerätehersteller aus gutem Grund eine Menge Ärger mit den Kunden auf sich zukommen, die neue Geräte nicht mehr an ihren DRM-unfähigen Analoggeräten betreiben können.
komplett bei Gulli

Ist eben doch nicht alles Gold was glänzt und demnächst auf der Cebit mächtig gehypt wird. Tolles, grosses, scharfes Bild, aber nur für die Inhalte die die Industrie dafür vorsieht. Und wenn man sich anschaut wie schlecht das Material auf handelsüblichen DVDs ist, wird man erahnen können wie die neuen Formate daherkommen.
 

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kommentieren February 28th, 2006

Der grosse HDTV-Schwindel

Das Thema DRM war ja vor kurzem in aller Munde, zum Beispiel in der Diskussion über den 2. Korb der Urheberrechtsdebatte. DRM wird bald in jeder Hardware drinstecken die man kauft. Es wird keine Geräte/CPUs mehr geben die ohne Rechteverwaltung daherkommen. Eins der Top-Themen der Mainstream-Medien die letzten Monate war ja HDTV, das natürlich auch nicht ohne DRM daherkommen wird.

Der Bootsektor hat dazu einen kurzen Artikel
 

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6 Kommentare February 15th, 2006

RiFID Schutzhüllen

Beim FoeBuD e.V. gibt es jetzt Schutzhüllen gegen unautorisiertes auslesen von Kundenkarten, WM-Tickets und anderen funkenden Ausweise.



auch immer wieder interessant: das RiFID-Blog

 

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kommentieren February 8th, 2006

Neues Rootkit für DVDs

Das Copyrightmafia-Imperium schlägt zurück:
Die koreanische Firma Settec liefert den Kopiersschutz Alpha-DVD, welcher erstmals auf der DVD “Mr. & Mrs. Smith” eingesetzt wird. Heise berichtet über Unregelmässigkeiten, welche an das Sony Rootkit erinnern.
"Um diese Technologie zu aktivieren, muss eine Software-Anpassung auf Ihrem Computer vorgenommen werden […] Lehnt man die EULA ab, spuckt Windows die DVD wieder aus
den ganzen Artikel bei netzpolitik.org lesen
 

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1 Kommentar February 6th, 2006


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