Einträge unter 'Netzkultur'

Anonymous: Offener Brief an die Menschen der Welt

Wir erleben einen einzigartigen Moment in der Geschichte. Das Internet und die Computertechnologie haben zu einem unvergleichlichen Wohlstand in den reichen Industrieländern der Erde geführt.

Wir haben uns ein wahres Imperium aufgebaut, ein weltweites Handels- und Kommunikationsnetzwerk, ein neues Zeitalter technologischen Fortschritts. Wir haben einen langen Weg hinter uns, der uns von unseren einfachen Wurzeln über die industrielle Revolution bis hin zu unserer offenkundigen Bestimmung führte, unsere Werte weltweit zu verbreiten. Heute sind wir die Pioniere an neuen Grenzen - wir verlassen die Quantenwelt und erweitern unser Imperium in die unendlichen Weiten des Weltraums hinein.

Und doch erfährt unser Imperium eine Krise, eine weltweite Rezession, wachsende Armut, zügellose Gewalt, politische Korruption und Bedrohungen der persönlichen Freiheit. Die Geschichte der Krisen, die hinter uns liegen, wiederholt sich. Es sind die Halbwahrheiten aus den Abendnachrichten, die auf verschiedenen Kanälen ihre Wege ins Internet finden: Das Reich ist stark, Wandel ist unklug, weshalb wir immer weitermachen wie bisher. Und wie immer in Zeiten der Verunsicherung gibt es Menschen, die versuchen, die Verwirrung zu vergrößern, indem sie unsere Unsicherheit ausnutzen und unsere Ängste schüren. Es sind Menschen, die uns aus ihrem Gewinnstreben heraus am liebsten unvereint sehen möchten. Die weit verbreitete Strategie hierzu tritt in verschiedenen sehr überzeugenden Formen auf: Liberale vs. Konservative, Christen vs. Moslems, Schwarze vs. Weiße, Errettete vs. Sünder.

Doch plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Wir haben angefangen, uns gegenseitig unsere Geschichten zu erzählen. Wir tauschen uns aus, reden über unser Leben, unsere Hoffnungen und Träume, über unsere Ängste. Sekunde für Sekunde, Tag für Tag, rund um die Uhr verbreiten sich wichtige Aspekte unseres Lebens über die ganze Welt hinweg. Und wie das Leben der anderen nun plötzlich zu uns in das Wohnzimmer kommt, fangen wir an, die Folgen unseres Handelns und die Fehler zu erkennen, die wir aus Gewohnheit begehen. Wir hinterfragen alte Annahmen, die uns lehrten, unsere Bestimmung sei der Konsum - und nicht die Kreation, die Welt sei nur für unsere Zwecke erschaffen, und Kriege und Armut seien unvermeidlich. Je mehr wir über unsere weltweite Gemeinschaft lernen, umso mehr erkennen wir die grundlegende Wahrheit: Wir sind nicht so verschieden, wie es scheinen mag. Jeder einzelne von uns hat Stärken, Schwächen und starke Gefühle. Wir sehnen uns nach Liebe, lieben es zu lachen, fürchten uns vor dem Alleinsein und träumen von einem besseren Leben.

Du musst ein besseres Leben erschaffen!

Du kannst nicht einfach auf dem Sofa sitzen, fernsehen oder Videospiele spielen, und darauf warten, dass eine Revolution beginnt. Du selbst bist die Revolution. Jedes Mal, wenn du dich dazu entschließt, von deinen Rechten keinen Gebrauch zu machen, jedes Mal, wenn du dich weigerst, einen anderen Standpunkt anzuhören, jedes Mal, wenn du die Welt um dich herum einfach ignorierst und jedes Mal, wenn du Geld für Dinge ausgibst, die es nicht wert sind, trägst du zur Unterdrückung des Menschen bei. Du hast die Wahl. Du kannst den Weg des geringsten Widerstandes gehen, den vertrauten Weg. Wenn du das tust, begibst du dich aus freien Stücken direkt in die Unterwerfung. Du kannst aber auch aufstehen, nach draußen gehen und mit deinem Nachbarn reden, du kannst mit anderen in neuen Foren zusammenkommen, um einen dauerhaften und bedeutsamen Wandel für die Menschheit zu schaffen.

Das ist unsere Herausforderung:

Eine friedliche Revolution, eine Revolution der Ideen, eine Revolution der Schöpfung. Die Aufklärung des 21. Jahrhunderts. Eine weltweite Bewegung, die ein neues Zeitalter der Toleranz, des Verständnisses, der Empathie und des Respekts erschafft. Ein Zeitalter der uneingeschränkten, technologischen Entwicklung. Ein Zeitalter des Austauschs von Ideen und der Zusammenarbeit. Ein Zeitalter des künstlerischen und persönlichen Ausdrucks. Wir haben die Wahl: Entweder nutzen wir die neuen Technologien für einen radikalen Wandel zum Guten oder aber wir lassen es zu, dass sie gegen uns eingesetzt werden.  Wir haben die Wahl: Entweder bleibt das Internet frei, bleiben die Kommunikationskanäle offen und wir graben neue Tunnel zu den Orten, an denen Information noch immer überwacht wird. Oder aber wir lassen es zu, dass sich alles um uns herum zuzieht. Wir machen uns auf zu neuen digitalen Welten. Hierzu bedarf es ehrlicher Informationen und der freien Meinungsäußerung. Wir müssen dafür kämpfen, das Internet als einen Marktplatz der Ideen zu erhalten, auf dem alle gleichberechtigt sind. Wir müssen unsere Freiheit vor denen verteidigen, die danach streben, uns zu beherrschen. Wir müssen für die kämpfen, die noch keine Stimme haben. Erzähle deine Geschichte. Alle müssen Gehör finden.

Übersetzung von Alex Rossner
Original Anonymous


 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Netzkultur


kommentieren March 7th, 2011

Rebell der Woche

Ich gebe es zu, ich bin etwas frustriert wie der Rechtsstaat benutzt wird um Menschen einzuschüchtern die andere Vorstellungen und Ansätze haben als die Industrie oder die Politik das gerne hätten.

Deshalb hat es mich sehr gefreut zu sehen wie sich Geohot nicht von Sony beeindrucken lässt, sondern sich kämpferisch im Netz präsentiert. Ich hoffe ihr habt soviel Spass wie ich!

Von Superlevel hab ich mir mal den Text geklaut:

Yo it’s geohot
And for those that don’t know
I’m getting sued by Sony

Let’s take this out of the courtroom and into the streets
I’m a beast, at the least, you’ll face me in the northeast
Get my ire up, light my fire
I’ll go harder than Eminem went at Mariah
Call me a liar
Pound me in the ass with no lube, chafing
You’re fucking with the dude who got the keys to your safe and
Those that can’t do bring suits
Cry to your Uncle Sam to settle disputes
Thought you’d tackle this with a little more tact
But then again fudgepackers, I don’t know Jack

I shed a tear everytime I think of Lik Sang
But shit man, they’re a corporation
And I’m a personification of freedom for all
You fill dockets, like thats a concept foreign to y’all
While lawyers muddy water and TROs stall
Out of business is jail for me
And you’re suing me civilly

Exhibit this in the courtroom
Go on, do it, I dare you


 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Musik, Netzkultur, Audio, Videos, HiHi


4 Kommentare February 14th, 2011

P2P als “Demokratiepotential bisher unerreichter Qualitat”

Per F!XMBR und Falk Merten gefunden: Die Diplomarbeit von Martin Häcker und Andreas Janson als aktueller Rundumblick über technische Grundlagen, juristische Implikationen und kulturelle Perspektiven von Filesharing. In der habe ich jetzt schon zwei Stunden höchst interessiert herumgestöbert. Gerade die politische Dimension von P2P im Kontrast zu herkömmlichen Massenmedien erschienen mir bis jetzt wissenschaftlich zu wenig betrachtet.

Das Ding würde ich mir auch als Buch kaufen, als PDF gibts die Arbeit aber unter CC-Lizenz sogar für umme.

  • eD2K-Downloadlink für das PDF in Hires-Version (18,4 MB) -> Achtung! Link kopieren, im eMule über "Tools" bei "Download durch eD2K" einfügen -> "http" durch "ed2k" ersetzen!



 

Eingetragen unter: Netzpolitik, P2P, CreativeCommons, Text, Netzkultur, Technik, Politik


kommentieren May 31st, 2007

Klaus Kinskis Auferstehung

Klaus Kinski, digital zum Leben erweckt von fünf Studenten:

Das Enfant terrible unter den deutschen Schauspielern ist zurück. Filmstudenten haben Klaus Kinski eine digitale Identität verpasst. Beim Digitalkongress FMX in Stuttgart zeigten sie erstmals den Trailer von Kinskis neuestem - und vorläufig letztem - Film.

mehr bei Stern.de


 

Eingetragen unter: Netzkultur, Kunst


2 Kommentare May 7th, 2007

How boring’s that?

“Fook internet piracy. How boring’s that? I just don’t think I have an opinion on that. We’ll leave that to Lars Ulrich. Make an arse of yourself. Hey, if it’s out there for free and you can find it, then good for you. To be quite honest, between me and you, can I say this off the record? I’ve got enough money. I don’t need any more. Lars Ulrich has got enough money. He don’t need anymore. Keith Richard or Paul McCartney have got more money than sense - look at the way they dress. It’s blatantly evident. We’re well paid, us sucessfull people.”

Noel Gallagher (Oasis) im Interview mit der kanadischen Musikzeitschrift "Exclaim!"

[via]


 

Eingetragen unter: P2P, Musik, Netzkultur, HiHi


2 Kommentare November 16th, 2006

Reader zum Urheberrecht

Ein Gastbeitrag von ciccone:

Prof. Dr. Thomas Hoeren vom Institut für Informations,- Telekommunikations- und Medienrecht der Uni Münster hat sein neues Skript zum Internetrecht zum freien Download (pdf) zur Verfügung gestellt - freut sich aber über eine Spende für seine "Kaffeekasse".

Das 517 Seiten starke Werk beschäfigt sich mit Rechtsproblemen bei der Domainvergabe, stellt ausführlich die Fallstricke im Bereich Content dar, beschreibt die Probleme beim Online-Marketing und äußert sich zum Vertragsrecht beim e-commerce. Urheberrecht und Kopierschutz sind dabei selbstverständlich berücksichtigt.

Aber auch Fragen des Datenschutzes und der Haftung von online-Diensten kommen nicht zu kurz. Abschließend wird eine recht umfangreiche Sammlung von Gesetzestexten und Musterverträgen bereitgestellt.


 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Text, Netzkultur


kommentieren July 7th, 2006

Wikipedia & Wissenschaft

Tim Bartel bespricht auf seinem Diplomarbeit-begleitendem Weblog Wikipedistik die Thesen des amerikanischen Historikers Roy Rosenzweig zur Wikipedia.

Zur Lektüre des kompletten Rosenzweig-Artikels blieb mir bisher noch keine Zeit, aber wenn ich Tims Zusammenfassung richtig verstehe, lassen sich Rosenzweigs Thesen der Wikipedia für die Wissenschaft wie folgt komprimieren:

  • Die Wikipedia muss dem unbedarften, ungeübten Leser stärker als bisher verdeutlichen: "Das, was Du hier liest, ist ein temporärer Zustand!"

Hypertext im Jahre 2006 bedeutet nicht, einige Links zu weiterführenden Artikeln zu verstreuen. Hypertext bedeutet auch: Kommentare der Nutzer, Trackbacks und eben auch Veränderungen im Text.
Wir kennen dies aus Weblogs: Oftmals findet sich der entscheidende "Text" nicht in dem, was der Autor niedergeschrieben hat, sondern in den Kommentaren (und wird ggf. vom Autor ergänzt).
Der gemeine Internetuser hat in den letzten zehn Jahren gelernt, Hyperlinks als Bestandteil eines Textes zu sehen. Die von mit formulierte Neudefinition von Hypertext ist meines Erachtens aber noch nicht in den Köpfen des "gemeinen" Internetusers angekommen.
Gerade diese Internetuser (und man glaube mir: Das ist die Mehrheit!) sind diejenigen, die dem Prinzip Wiki(pedia) noch immer leicht verstört gegenüber stehen ("Wie? Da kann jeder drinrumschreiben??").
Vielleicht reichen dafür die "Bearbeiten" und "Diskussion"-Reiter über dem eigentlichen Eintrag nicht aus. Vielleicht muss die Wikipedia deutlicher und selbstbewusster darstellen: "Was Du hier liest wird und wurde jederzeit verändert!"

Dies führt natürlich zur zweiten von Tim zitierten These Rosenzweigs (die Sache mit den Bewertungen übergehe ich jetzt mal; so etwas wird meines Erachtens überbewertet!):

  • Die Zulässigkeit der wissenschaftlichen Zitation der Wikipedia.

Je nach Fachbereich werden sich die meisten Studierenden an Handouts* erinnern, die oftmals gespickt sind mit Links zur Wikipedia. Die Links führen meist direkt zum Lemma, was meines Erachtens für einen wissenschaftlichen Literaturhinweis unzureichend ist.
Korrekter wäre der Link, der zur gerade aktuellen Version des Artikels führt, wie er sich - recht gut versteckt - unter dem Reiter Version/Autoren befindet.
Auch das weiß kaum ein Student unbedarfter Nutzer der Wikipedia, weshalb auch dies auf der Hauptseite des Eintrags offensiver kommuniziert bzw. dargestellt gehört.

*für die Nicht-Akademiker: Das sind die Thesenpapiere, die jeder Referent für ein Referat an seine Mitkommilitonen austeilt


 

Eingetragen unter: Netzkultur, Medien


2 Kommentare June 24th, 2006

Abmahnwahn …

Und wieder eine Abmahnung, diesmal gegen Nerdcore, der gern Werbung für gute Musik macht und im Netz verfügbare MP3s verlinkt hat.

Solidarität ist ihm Gewiss und vielleicht kann man auf die eine oder andere Weise die aufkommenden Probleme für René irgendwie schmälern.


 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Musik, Netzkultur, Blogs, Audio


1 Kommentar June 19th, 2006

Heute abend im NDR TV: Google - die Macht einer Suchmaschine

Aus aktuellem Anlass noch mal der Hinweis auf die Zapp Sondersendung heute abend um 23:00 Uhr im WDR Fernsehen mit dem ersten deutschen Film über Google.

[weiterlesen]

Die Wiederholungstermine:

NDR Fernsehen
Donnerstag, 7.00 Uhr

3sat
Freitag, 15.30 Uhr

EinsExtra
Nacht von Donnerstag auf Freitag, ca. 0.30 Uhr

EinsFestival
Nacht von Freitag auf Samstag, 3.30 Uhr

[Update:] Nachdem es mit den Wiederholungsterminen wegen der WM überhaupt nicht geklappt hat, gibt es jetzt hier ganz offiziell die Sendung als RealVideo-Stream, ein Script des Films und weiterführende Links.


 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Netzkultur, Mattscheibe


1 Kommentar June 7th, 2006

online demonstrieren legalisiert

Sehr schön, da hat Libertad! im nachhinein doch noch Recht bekommen, dass online-demonstrieren nix mit Gewalt im herkömmlichen Sinne zu tun hat.

online Demos legal

Da kann man dann in Zukunft auf mehr online-Demos hoffen, vielleicht auch mal in Sachen Urheberrecht und die damit verbundene Abzocke spezialisierter Firmen.



 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Netzkultur


kommentieren June 1st, 2006

2014: Wie alles endete

Ehrensenfpic 2014 german reloaded: Wie soll man das nennen?
Eine adaptierte Version von Epic 2014 für den deutschen Markt? Eine Parodie auf Epic 2014?

Auf jeden Fall eine sehr unterhaltsame brüllend komische (Danke für: "Spiegel TV Schwertransporte") Variante der deutschen Internet-Zukunft, wenn Ehrensenf SpOn kauft und Toni Mahoni per Direktwahl zum deutschen Bundeskanzler gewählt wird.
Kentnisse der aktuellen Blogosphären-Geschehnisse fördern das Humorverständnis.

Nachtrag:
Aus unbekannten Gründen, versemmelt die YouTube-Direkteinbettung das komplette Layout.
Deshalb bitte manuell…:

hier lang


 

Eingetragen unter: Netzkultur, Blogs, Medien, Videos, HiHi


kommentieren May 20th, 2006

Blase2.0?

Wurde der Teufel von einigen Apokalyptikern vor bereits ca. einem Jahr geme an die Wand gemalt, wird es nun offiziell gruselig:

Junge Firmen in der Medienbranche verzeichnen derzeit ein überbordendes Interesse von Risikokapitalgebern, Finanzinvestoren und großen Medienunternehmen. Es herrsche inzwischen eine Stimmung wie während des ersten Internetbooms, sagen Manager

[FTD]


 

Eingetragen unter: Netzkultur


kommentieren May 8th, 2006

Böse aber lustig

Wir alle wissen: Filesharing ist böse und illegal. Zumindest letzteres gilt aber nicht in allen Ländern, so zum Beispiel in Schweden. Dort sitzen auch die Betreiber der Torrent-Seite PirateBay.

Die Jungs von PirateBay sind sicherlich böse, vor allem aber sind sie sehr sehr witzig. Beschwerdemails von vermeintlichen Rechteinhabern werden äußerst liebevoll beantwortet, so zum Beispiel die Beschwerde eines gewissen Tim Huckabay. Der schreibt unter anderem (Kürzungen von mir!):

I personally (Timothy J. Huckabay) am the legal
copyright holder to the book The AntiChrist and a Cup of Tea
(…) AND ALL VIDEOS RELATED TO IT WITH TIM
COHEN (MY PEN NAME).  I am also the owner and President of Prophecy
House, Inc., which is the publisher of the book AND RELATED VIDEOS; you
may visit our web site at prophecyhouse.com, where the book is
previewable AND THE VIDEOS ARE SHOWN ON OUR ORDER FORMS(…).
THIS EMAIL MESSAGE, WHICH IS FROM PROPHECYHOUSE.COM (PROPHECY HOUSE’S DOMAIN),
CONSTITUTES MY LEGAL ELECTRONIC SIGNATURE.  However, if that is not sufficient, you may
provide a fax number to me in your response, and I will fax a printed
copy of this message with my written signature at the bottom of the
fax.  You may also call me directly at Prophecy House to address any
questions you may have or any further information you feel you may need(…)

Die Antwort von PirateBay:

Wow, that’s a lot of text to read. You like to brag, don’t you? "I am the owner",
"I am the president" and so forth. That’s very nice. We don’t really care.
I’m the president of my make-believe country The Pirate Islands. Oh, and I’m the
owner of my old Peugeot 205 (1989 year model) as well. Once we filmed that car
while I was driving. I guess I’m the owner of those tapes as well. So we have
ALOT in common! That’s nice. But you brag about it, that’s so not cool! :(

Das komplette Schreiben gibts hier.


Auch der Font-Händler Linotype beschwert sich das seine schweineteuren Schriften bei Piratebay mit einem Torrent-Tracker verfügbar sind. Die Antwort beginnt so:



Mehr lustige Späße, weitere Unternehmen die sich zum Affen machen: Die Korrespondenzen von PirateBay gibt es auf dieser Seite.

[via PCWelt | gulli]
 

Eingetragen unter: P2P, Netzkultur


3 Kommentare April 22nd, 2006

Wir haben das ja schon immer gewusst…

Ein Internet-Diskussionsforum zu betreiben, stellt eine „erhebliche Gefahrenquelle“ dar. Betreiber unterliegen daher einer verschärften Haftung.


Die Begründung des Landgerichts Hamburg (pdf) zu seinem Urteil bezüglich der Haftung von Forenbetreibern [vgl. hier und hier] ist in seiner ganzen Weisheit seit ein paar Tagen publik. iRights erläutert genauer.


 

Eingetragen unter: Netzkultur


kommentieren April 21st, 2006

Wissenschaft, Urheberrecht und der ganze Rest (Teil1)

Es wird ja oftmals so getan, als wären vor allem die Raubkopierer bzw. Filesharing generell das größte Problem, dass durch die Novelle des Urheberrechts "bekämpft" werden soll.

Ein ganz anderer (und viel wichtigerer) Bereich ist allerdings das Bibliothekswesen, im speziellen die wissenschaftlichen Bibliotheken.

Die folgenden Schilderungen sind in den interessierten Kreisen ein alter Hut. Ich habe allerdings die vage Ahnung, dass die Problematik an den größten Teilen der Öffentlichkeit vorbeigeht; deshalb die folgenden Ausführungen und die Warnung an Experten: Hier kommt nix Neues!

Seit Jahren muss man Horrormeldungen lesen, von Bibliotheken, die geschlossen werden, Etats die eingedampft werden, Fachzeitschriften, deren Abos gekündigt werden, aktuelle Lehr- und Fachbücher, die überhaupt nicht mehr angeschafft werden.
Jeder, der in den letzten Jahren mit dem universitären Betrieb zu tun hatte, weiss wovon ich schreibe.

Der Grund dafür liegt in einer wissenschaftlichen Publikationspraxis, die seit Jahren nur einen Gewinner kennt:

1) Der Wissenschaftler forscht an seinem Lehrstuhl fröhlich vor sich hin. Um zu wissen, woran die Kollegen weltweit sitzen und auch um seine Forschung selbst betreiben zu können, muss er auf dem aktuellsten Stand seiner Disziplin sein. Ergo: Der Wissenschaftler benötigt die aktuellsten Publikationen aus seinem Fachbereich. [Im Hinterkopf bitte über die Frage nachdenken: Wer bezahlt den Wissenschaftler?]

2) Nun hat der Wissenschaftler eine Forschung abgeschlossen. Die Ergebnisse werden vielleicht nicht die Welt verändern, die Experten weltweit werden jedoch (vielleicht) den Wert seiner Arbeit erkennen, in die eigenen Forschungen einfliessen lassen oder darauf aufbauen.

3) Die Forschungsergebnisse müssen also "unter die Leut" gebracht werden, sprich: publiziert werden. Dies erfolgt in wissenschaftlichen Fachmagazinen.
Hier betreten wir nun die für Laien gänzlich wunderliche Welt der wissenschaftlichen Fachpublikationen:
Für jede wissenschaftliche Disziplin haben sich in den letzten Jahrzehnten Publikationen herausgebildet, die als "Must have" gelten, auf die also einerseits kein Wissenschaftler verzichten kann und die andererseits sehr Renommee-steigernd für die dort publizierten Wissenschaftler sind.
Die Aufnahme eines wissenschaftlichen Fachartikel erfolgt über die sogenannte "Peer Review": Das Manuskript des Wissenschaftlers wird (meist anonymisiert) an Kollegen des gleichen Fachbereichs zur Prüfung gegeben; erst wenn diese Experten "Daumen hoch" geben, wird der Artikel veröffentlicht.
Die Experten der "Peer Review"-Gruppe werden für diese Arbeit in der Regel nicht bezahlt; schliesslich kommt es schon einer Auszeichnung gleich, dass sie vom Verlag für diese Aufgabe ausgewählt werden. Macht sich gut im Lebenslauf!
Für den Wissenschaftler, der einen Artikel publizieren möchte, gilt in der Regel sogar, dass er dafür zahlen muss, sollte sein Artikel bewilligt und publiziert werden. Schliesslich ist die Veröffentlichung eines Fachartikels in einer wichtigen Fachzeitschrift enorm renommee-steigernd; im Grunde bemisst sich sogar der berufliche Erfolg eines Akademikers an seinen Publikationen.

4) Der Fachartikel erscheint nun also in einer der relevanten Fachzeitschriften. Die zwei größten Fachverlage für wissenschaftliche Zeitschriften sind der Springer Verlag (Nein, nicht der mit der BILD…) und ReedElsevier.
Wie bereits oben erwähnt ist es in manchen wissenschaftlichen Disziplinen unabdingbar, auf dem aktuellsten Stand der Forschung zu sein. Das heisst: Die jeweils relevante Fachzeitschrift muss an den Instituten abonniert sein. Das heisst: Die Verlage können verlangen, was sie wollen.
Fünfstellige Dollarbeträge für ein Jahresabo einer viermal im Jahr erscheinenden Fachzeitschrift sind keine Seltenheit, sondern (gerade in der Medizin) die Regel.
[Im Hinterkopf bitte über die Frage nachdenken: Wer bezahlt den Etat der wissenschaftlichen Bibliotheken?]

So verwundert auch kaum der desolate Zustand der deutschen Universitätsbibliotheken: Deren Etat lag 1997 lediglich 1,3 Prozent über dem von 1991. Im gleichen Zeitraum stiegen die Abokosten in des Sozial- und Geisteswissenschaften um 27 Prozent, in den Natur- und Ingenieurwissenschaften um 77 Prozent.*

Ebenso wenig verwundert die Meldung aus dem gestrigen heise-Ticker:
Die Umsatzsteigerungen haben sich beschleunigt, die Betriebsergebnisse haben sich weiter verbessert, "and cash generation is strong" – mit diesen Worten fasst der Vorstand der britisch-holländischen Verlagsgruppe Reed Elsevier das Ergebnis des Geschäftsjahrs 2005 für die am Mittwoch dieser Woche stattfindende Hauptversammlung in Amsterdam zusammen. Der weltweit operierende Konzern mit 36.000 Beschäftigten steigerte seinen Umsatz um 7 Prozent auf 7,54 Milliarden Euro, den Gewinn vor Steuern um 9 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro und die Kapitalverzinsung pro Aktie um 11 Prozent.

Bei einer Doppelfinanzierung durch die (meist) öffentliche Hand also kein Wunder.

Im nächsten Teil: Was hat das mit dem Urheberrecht zu tun? und: Lösungsansatz Open Access





* vgl.: Passek, Oliver: Open Access. Freie Erkenntnis für freie Wissenschaft. In: Lehmann, Kai; Michael Schetsche (Hrsg.): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens. Bielefeld, 2005
 

Eingetragen unter: CreativeCommons, Netzkultur


kommentieren April 20th, 2006

No Copy




 Bill Gates’ Idee eines neuen Marktes für Software schlug in der idealistischen Hackerwelt ein wie eine Bombe. Schließlich war man dort der Meinung, daß jeder Programmierer sein Wissen von anderen habe und nur ein offener Austausch eine Weiterentwicklung gewährleisten könne. Bill Gates wollte sein Wissen weder mit anderen Hackern teilen, noch sah er ein, daß seine Software von anderen ohne Bezahlung kopiert oder verändert werden durfte. Verärgert schrieb Bill Gates schließlich einen offenen Brief, den sogenannten »Open Letter« an den Homebrew Computer Club. Darin beschuldigte er diejenigen als Diebe, die seine Software ohne Bezahlung benutzten und kopierten. Der Gedanke einer »illegalen Kopie« sorgte für Verwirrung und machte den jungen Bill Gates noch unbeliebter. Der wirtschaftliche Erfolg der Software von Microsoft übertraf jedoch bald selbst die Entwicklung bei den Industrierechnern von IBM. Durch Gates’ Geschäftssinn wurde die Software von Microsoft erfolgreicher, als man es sich je vorgestellt hatte. In den folgenden Jahren eroberte Microsoft den Softwaremarkt für Betriebssysteme zunächst mit dem Produkt MS-DOS (Microsoft Disk Operation System), später mit Microsoft Windows. Und je mehr Marktanteile Microsoft gewann, desto klarer wurde, daß Software nicht immer frei bleiben konnte. Sie wurde zu einem kommerziellen Produkt, für das man zu bezahlen hatte. Die Prophezeiung von Bill Gates, der Computermarkt würde eines Tages von Software dominiert werden, ging in Erfüllung. So sehr sich Computerfreaks auch gegen die Vermarktung von Software und Informationen gewehrt hatten, ein wichtiger Begriff wurde durch den Open Letter erstmals definiert: Die Raubkopie.

Jan Krömer und Evrim Sen haben das erste deutsche Buch über die Raubkopierszene und ihre Geschichte geschrieben. Von den ersten Hackern über die FXP- und Warez-Szene bis zu den juristischen Auswirkungen und den PR-Kampagnen der Rechteindustrie wird ein bunter und sehr lesenswerter Bogen gespannt.

Auf der Website zum Buch gibts einige Einblicke; sehr empfehlenswert ist das kleine Flash-Filmchen zum Thema, wenn auch recht deutlich von Epic 2015 inspiriert. ;)

Rezensionen des Buches finden sich bei Gulli und Intro, Auszüge aus dem Buch gibts bei der jungen welt und dem jetzt-Magazin (Interview mit Lawrence Lessig). Das Buch ist heute, und nur heute, zum freien PDF-Download erhältlich. Morgen dann bitte…:

No Copy. Die Welt der digitalen Raubkopie


 

NACHTRAG: Es handelt sich keineswegs um eine PDF-Datei, sondern um eine eigene Präsentationsplattform, die per .exe-Datei geladen wird. Kein Druck. Kein Copy&Paste. Nicht so schön.


 

Eingetragen unter: P2P, CreativeCommons, Netzkultur


5 Kommentare April 6th, 2006

Wir brauchen eine Al-Qaida für den Schutz der Kultur im Internet

Minderjährige wanderten zwei oder drei Tage mit ihren Eltern ins Gefängnis, nur weil sie 500 MP3s auf ihrem Rechner hatten
Internationale Vernetzung zum Schutz der Kultur im Internet gefordert

Schade das ich zur Zeit keine Zeit habe und gestern nicht in den Mehringhof konnte …
 

Eingetragen unter: Netzpolitik, P2P, Netzkultur


2 Kommentare April 1st, 2006

It takes more than a pilot to win this game - it takes a Privateer

[Erfreulicherweise wiedermal ein Gastbeitrag von DaSkinny]

Die Jungs von Privateer Gemini Gold haben es sich zum Ziel gesetzt, das Original Privateer von 1993 nachzubauen. Sie nutzen dafür die Open-Source Weltraum-Simulation Vega Strike. Die Original Zwischensequenzen sind mit eingebaut, so dass einem spannendem Retro-Gaming in aktueller 3D-Grafik nichts im Wege steht. Das Spiel gibt es sowohl für Windows, MacOS als auch Linux.





Back in 1993 Privateer was released as part of the Wing Commander series and became a great success in the gaming industry. Over 10 years later a small group of privateer enthusiasts reintroduced the game with a new graphic engine and real 3d spaceflight.

As Grayson Burrows you inherited a small old scout class ship from your grandfather, to start over as a Privateer in a new and sparsely populated sector of the Confederation. Take your chance and become a pirate, merchant or bounty hunter upgrade your ship and experience the hard truth in a border sector where no one has anything to give away…




Wer jetzt angefixt ist und Lust hat mehr über Wing Commander zu erfahren, dem sei ein Besuch auf:
http://www.wcnews.com ans Herz gelegt. Dort gibt es noch das ein oder andere Schmankerl zu entdecken.

 

Eingetragen unter: CreativeCommons, Netzkultur, Spielekiste


kommentieren March 28th, 2006

Geistiges Eigentum ist Diebstahl

Das Urheberrecht behindert die Vielfalt der Kunst
Joost Smiers (2001)

Schöne Zusammenfassung(en) der aktuellen Copyright Debatten bei Sushee, in der wunderbaren Welt von Isotopp oder beim spreeblick

auf englisch gibts auch noch was: Intellectual Property Run Amok
 

Eingetragen unter: Netzkultur


kommentieren March 21st, 2006

Spreeblick ersetzt herkömmlichen Kaffee

Wer nach alternativen Möglichkeiten sucht morgens wach zu werden, sollte sich mal den heutigen Spreeblick-Podcast gönnen. EINFACH GENIAL vorgetragen.
 

Eingetragen unter: Netzkultur, Audio, Podcast


2 Kommentare March 21st, 2006

Chaosradio Website Relaunch

Yeah. DIe Chaosradio Webseite wurde überarbeitet und erweitert. Es gibt neue RSS Feeds und was mir sehr gefällt Chaos TV: Chaosrelevante Videobeiträge; und darunter auch gleich eine Perle: Wau Holland: Komplexität & Management. Auch die Datenschleuder wurde eingebunden, ist als PDF erhältlich und hat einen RSS Feed.

Gleich mal den RSS Reader füttern.
 

Eingetragen unter: Radio, Netzkultur, Podcast, Videos, Technik


kommentieren March 19th, 2006

Maulkorb für Blogs und Foren

Gemeinsam gegen den Abmahnwahn Zur Zeit macht eine Abmahnwelle gegen Forenbetreiber die freie Meinungsäusserung im Internet immer schwieriger. Um die Netzkultur aufrecht zu erhalten müssen wir zusammen eine negative Feststellungsklage erstreiten.
 
Forenbetreiber in Bedrängniss

aktueller Spendenstand: 8.081,48 €

letzte Aktualisierung: 19.03.06, 07:43 Uhr
 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Netzkultur, Blogs


March 15th, 2006

Banner gegen Abmahnwahn

Gegen den Abmahnwahn

 

Eingetragen unter: Netzpolitik, Netzkultur


1 Kommentar March 14th, 2006

Previous Posts


Kategorien

TV-Tips

Links

Neueste Einträge

letzte Kommentare

Archiv

Kalender

December 2018
M T W T F S S
« Nov    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  

Meta





Wir sind die Kunden!