Einträge unter 'Literatur'

PDF-Chaos

leerer Metadatensatz

Etwa einmal im Monat findet bei mir der große PDF-Kehraus statt und jedesmal bin ich am Verzweifeln.

Es ist ja eine sehr erfreuliche Entwicklung, dass immer mehr Wissenschaftler dazu übergehen, einen Teil ihrer Publikationen frei online zur Verfügung zu stellen. Im Zuge des Open Access-Gedanken und der CC-Lizenzen sind inzwischen viele qualitativ hochwertige Werke frei erhältlich, die in den Tiefen des Netzes schlummern und von fleißigen Bloggern in einem lecker medialen Potpourri geborgen werden. (Hat sich diesbezüglich schon mal jemand über die Gatekeeper-Funktion von Bloggern Gedanken gemacht?)

Das große Ärgernis ist aber die Unfähigkeit Sorglosigkeit, mit der die Autoren die Metadaten ihrer PDF-Files pflegen.

Ich sitze dann einmal im Monat dran, einen Ordner mit kryptisch benannten PDFs (man kann schon froh sein, wenn der Dateiname Hinweise auf den Inhalt des Dokumentes zulässt) zu sichten und die Metadaten langwierig selbst auszufüllen. Im besten Fall. Im üblichen Fall verschwindet die Datei fhrst754_gh.pdf in den unerforschten Weiten meiner Festplatte.

Selbst Wissenschaftler, die zu Online-Themen forschen, ignorieren meist die Möglichkeit der Metadaten im PDF-Format.

Jan Schmidt zum Beispiel, der Weblog-Forschung betreibt und dem ich enorm dankbar dafür bin, dass er so viele seiner Ergebnisse und Vorträge frei zur Verfügung stellt, benennt zwar die Dateien halbwegs assoziativ und gibt sogar auf den Downloadseiten die akademische Zitationsweise an, in den PDFs selbst aber: nada!

Dabei ist es doch im eigenen Interesse der Autoren, wenn die Datei, die sich nach Publikation ja sonst wie verbreiten kann, wenigstens die Download-URL in den Metadaten enthält.
Worst case scenario: Du willst ein Dir vorliegendes PDF zitieren und findest die Quelle nicht mehr!

Mein Verdacht: Es wird noch immer davon ausgegangen, dass ein geladenes PDF sofort "in den Druck" gegeben wird.

Das eigentlich Überraschende: Es gibt kaum Tools um Meta-Daten in PDFs komfortabel zu bearbeiten.

Einzig der PDF Explorer  scheint sich mir in richtige Richtung zu bewegen: Eine Explorer-ähnliche Oberfläche erlaubt das sofortige Editieren der Metadaten, ist aber bei einer großen Anzahl von PDFs doch recht umständlich zu bedienen.

Adobe bietet mit Adobe Bridge seit kurzem eine ähnliche Lösung; Bridge dient aber eher der Organisation sämtlicher in der Creative Suite erstellten Daten und ist deshalb für die gewünschten Zwecke völlig überzüchtet und für den Privatanwender eh nicht bezahlbar, da das Modul nur mit der kompletten Creative Suite bezogen werden kann.

Obwohl ich das Problem am Beispiel von wissenschaftlichen Publikationen aufgezeigt habe, dürften aber auch die Leser, die nur aus privaten Gründen mit PDFs zu tun haben, die Situation kennen.

Deshalb meine Frage an Euch: Wie organisiert Ihr Euer PDF-Archiv?

Eine Google-Recherche zu dieser Problematik erbrachte (neben erstaunlich wenigen relevanten Treffern) noch die Nutzung einer Desktop-Suchmaschine, wie z.B. Google Desktop. Diese Tools scannen auch die Inhalte von PDFs, erlauben also die Festplatten-übergreifende Suche nach Inhalten in PDFs. Halte ich aber aus zwei Gründen für wenig praktikabel:
Erstens will der Kram auch mal weggebrannt werden (Ja, da gibts auch Lösungen; dann wirds aber wirklich umständlich…) und zweitens bin ich oftmals gar nicht auf der Suche nach konkreten Inhalten, sondern will mich von Texten erstmal inspirieren lassen - von denen ich gar nicht mehr weiß, dass Sie auf meiner Platte liegen…

Um Hilfe und Ideen wird gebeten.
netbib - übernehmen Sie!


 

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3 Kommentare April 27th, 2007

Robert Gernhardt ist tot

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Robert Gernhardt ist am 30.Juni 2006 in F/M seinem Krebsleiden erlegen. Hier gibt es Nachrufe dieses begnadeten Künstlers, Autors, Komikers:
Tagesschau
heute-Sendung
FAZ
Süddeutsche
Spiegel-online
Netzzeitung

Die Welt des Humors ist um ein weiteres Kapitel ärmer geworden. 4 innerhalb von 2 Jahren; alle an Krebs. :-(


 

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1 Kommentar July 2nd, 2006

Decken


Meine Fresse; es ist eine Schande, dass mir dieses Kleinod der Comickunst, dieser Meilenstein der Graphic Novel, dieses Meisterwerk des Comic-Romans bisher entgangen ist.

Nachdem nun alle verachtenswerten Gemeinplätze abgedeckt wurden, werden wir konkret:

„Blankets“ von Craig Thompson ist ganz, ganz groß!

Im Umfang des Telefonbuchs einer Großstadt erzählt der 1975 geborene Thompson den entscheidenden Bruch in seiner Lebensgeschichte.
Die wunderschöne, und um einen Rezensenten zu zitieren: "zu Tränen rührende" Liebesgeschichte, die so viel mehr ist als eine Liebesgeschichte, gehört wirklich zum Besten, was ich erzählerisch und zeichnerisch in den letzten Jahren zwischen den Fingern hatte.
Allein die Szene, in der sich Craig von Raina verabschiedet und die beiden Autos der Eltern in verschiedene Richtungen davonfahren, hat mich völlig umgehauen.

Knörer bei Jump-Cut

Moldenhauer bei STINT

Degens im Fluter

Der Perlentaucher

Die deutsche Verlagswebsite mit Leseprobe

Website von Craig Thompson


Blankets


 

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kommentieren June 23rd, 2006

Top100 Greatest Comics

Sehr zentriert auf den amerikanischen Markt sowie sehr zentriert auf das Superheldengenre ist diese Liste.
Auch habe ich den Eindruck, dass sich das "greatest" eher auf den epochalen Einfluss eines Werkes bezieht, als auf die tatsächliche Qualität (was dann aber trotzdem nicht erklärt, warum "Watchmen" so weit hinten steht, wie mein "via" Thomas Groh zurecht bedauert.) *

Trotzdem ist die Liste sehr erwähnenswert, da jeder Comic sehr ausführlich vorgestellt wird.

Eine m.E. nachvollziehbarere Liste (Los, lasst uns über Listen streiten! *gähn* ) gibts bei Deutschlands bestem Comicverlag!

* Nachtrag: Gerade entdeckt: Ab Platz 11 wird nicht mehr "gerankt", sondern alphabetisch gelistet!


 

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kommentieren May 28th, 2006

Walter Boehlich: Ein Nachruf

Am 6. April starb einer der letzten ganz großen Intellektuellen Deutschlands: Walter Boehlich
Einen großen In memoriam-Text hat der große Hans Zippert (in der Titanic) geschrieben:

Sie Schwein
Walter Boehlichs Kolumne hatte einen legendären Ruf. Dabei waren seine Texte überhaupt nicht lustig.
Aber genau das war der Witz.
Von allen Mitarbeitern dieser Zeitschrift war Walter Boehlich die mit Abstand schillerndste, mysteriöseste und gleichzeitig ehrfurchtgebietendste Persönlichkeit. Er prägte das Erscheinungsbild des Blattes in entscheidender Weise. Schon 1979, in der ersten Ausgabe von TITANIC, wurde die ruhmreiche Mittelachse Boehlich-Waechter etabliert. Links, meist auf Seite 20, fing »der Boehlich« an, mit knallharten Themen wie »Der Einfluß der Gewerkschaften auf Samuel Beckett«, dann folgten F. K. Waechters »Stilles Blatt« nebst »Rückseite«, die den Leser unvermittelt in ein verstörendes Humoruniversum stürzen ließen, und es endete dann mit dem eisenharten Aufprall auf der zweiten Boehlich-Seite mit mehr Informationen zum gleichen Thema und einer Schlußthese wie »Hätte ›Warten auf Godot‹ mit einem Betriebsrat eine andere Wendung genommen?«. Das war es, was die frühe TITANIC im Innersten zusammenhielt. Boehlich/Waechter/Waechter/Boehlich, eine Seitenabfolge wie ein Naturgesetz.
Weiterlesen


 

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kommentieren May 16th, 2006

Verlesen, versprochen..

..verhört:

Axel Hackes "Kleines Handbuch des Verhörens"

Verdammter Bär
Wo hat man nur manchmal seine Ohren! Was ist man doch für ein Schussel! Immer mal wieder rutschen einem die Beine weg, liegt die Zunge schief im Mund, glitschen die Gedanken ins Abseits. Das weite Feld der unfreiwilligen Komik lebt von diesen Schwuppern, und natürlich befaßte sich schon die Psychologie mit einigen dieser Erschweinungen, um dahintern unbewurste Botschuften zu erschießen. Bekanntlich hat Sigmund Freud in seiner Studie »Zur Psychopathologie des Alltagslebens« das Vergessen, Versprechen und Vergreifen ebenso gründlich wie mit Humor gewürgt. Gewürdigt! Das Verschreiben, Verlesen und Verhören aber ließ er unbegattet. Quatsch, unbeachtet! Dabei war lange vor ihm Lichtenberg auf die Sache aufmerksam geworden und hatte den klassischen Verleser notiert: »Er las immer Agamemnon statt ›angenommen‹, so sehr hatte er den Homer gelesen.« Und heute, über 200 Jahre nach dem Verleser Lichtenberg und gute hundert nach dem Versprecher Freud, hat endlich auch der Verhörer seinen Homer gefunden in Gestalt von Axel Hacke, dessen »Kleines Handbuch des Verhörens«, so der Unterkittel, im Obertitel ein ansprechend krummes Zitat aus Matthias Claudius’ »Abendlied« führt: Und aus den Wiesen steiget / »Der weiße Neger Wumbaba«.
Weiterleses @ titanic-magazin.de

Buch bestellen:

Der weisse Neger Wumbaba. Kleines Handbuch des Verhörens

CD bestellen:

Der weiße Neger Wumbaba. CD


 

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kommentieren May 12th, 2006

NO COPY download


Am 06.04. wird im Kölner Filmhaus das Buch “NO COPY - Die Welt der digitalen Raubkopie” vorgestellt. Als Gast wurde der Geschäftsführer der GVU eingeladen. Das Buch kann an dem Tag kostenlos als PDF auf der Website heruntergeladen werden.
via al’s blog
 

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kommentieren March 17th, 2006

Die fünfte Gewalt

Thomas Leif gilt ja noch immer als einer der rührigsten investigativen Journalisten in Deutschland. Auch wenn es in letzter Zeit ein paar Kratzer gab (die Blog-ignoranten Äußerungen bei webwatching, auch publiziert bei dem Medium, dass Äußerungen dieser Färbung immer gerne lanciert; die unschönen Rechercheergebnisse von konkret inkl. Gegendarstellung und Gegen-Gegen-Darstellung - beides übrigens ausgiebig diskutiert).

Sein Lieblingsthema scheint momentan wohl die politische Einflußnahme nicht-parlamentarischer Gruppierungen zu sein: Vor enem Jahr gab es die Doku "Gelesen, gelacht, gelocht" über die Einflussnahme auf die Politik durch Unternehmensberatungen, die zwar inhaltlich beeindruckend war, jedoch durch Leifs ständige Selbstzurschaustellung genervt hat (über dunkle Kanäle übrigens weiterhinn erhältlich).
Diese Woche lief in den Dritten Programmen von SWR und NDR ein neuer Film von Leif über die Hinterzimmer-Beziehungen von Politik und Journalismus in der Berliner Republik.

Vor kurzem ist ein Buch von Leif erschienen, dass sich mit der Einflussnahme von lobbyistischen Gruppierungen auf die Politik beschäftigt. Das Buch lässt sich regulär über den Buchhandel für 19,90 Euro beziehen (aus gegebenem Anlass nicht verlinkt) oder aber bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Für 4 Euro plus Porto.

Zur Einführung empfiehlt siich ein Artikel von Leif zum Thema, dass vor kurzem in der ZEIT erschienen ist.

Leif, Thomas; Rudolf Speth: Die fünfte Gewalt. Bonn, 2006
 

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kommentieren March 9th, 2006

OpenSource Jahrbuch 2006

Der Lehrstuhl "Informatik und Gesellschaft" mit der Arbeitsgruppe um Prof. Bernd Lutterbeck an der TU Berlin hat gerade das OpenSource Jahrbuch 2006 veröffentlicht.
Der Untertitel des Bandes ist "Zwischen Softwareentwicklung und Gesellschaftsmodell" und enthält auch ein Gespräch mit Joseph Weizenbaum.

In der nunmehr dritten Ausgabe des Open Source Jahrbuchs widmen sich neben hochkarätigen Wissenschaftlern wie Lawrence Lessig und Eben Moglen auch Praktiker und Entscheidungsträger aus der Industrie den Potenzialen und Einsatzgebieten von Open Source. So beschreibt etwa Microsoft seine Strategie bezüglich Open Source und Wilhelm Hoegner, Leiter der Hauptabteilung Informationstechnologie der Stadt München, über die Erfahrungen der Stadt München bei seiner Linux-Migration (LiMux).

Aus der Pressemitteilung (pdf)



Es gibt (noch) einen kostenlosen Download (pdf) des Bandes, der gebunden im Buchhandel mit EUR 19,90.- (ab 01.04. EUR 24,80.-) zu Buche schlägt.

Auch einzelne Artikel stehen auf der Seite zum Download bereit (hier auch das komplette Inhaltsverzeichnis!)

Die Autoren, die ausdrücklich der kommerziellen Nutzung zugestimmt haben, sind in einer sog. Light-Version (pdf) vereint.



Gastbeitrag von ciccone

 

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kommentieren March 7th, 2006

Kurt Tucholsky ist endlich frei

1932 schrieb Kurt Tucholsky einen Leserbrief an seinen Verleger: "Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen zu Ihren Werken meine vollste Anerkennung ausspreche … Hoffentlich sterben Sie recht bald, damit Ihre Bücher billiger werden …" Tucholsky war nicht klar, dass das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers weiterbesteht.

Die Tucholsky Gesellschaft:
Nach deutschem Recht erlischt das Urheberrecht am Werk eines Schriftstellers siebzig Jahre nach dem Tod des Autors. Im Falle Kurt Tucholsky also im Dezember 2005. Von diesem Datum an wird die Stiftung ihre Arbeit auf die Vergabe der Stipendien konzentrieren.
Tucholskys Gedanken und Schriften sind nun frei!

Das Sudelblog:
Die "taz" hatte in ihrem Tucholsky-Beitrag vom 2. Januar etwas kryptisch darauf hingewiesen, dass sämtliche Texte von Tucholsky nun gemeinfrei seien, mit Ausnahme der "noch einmal nachträglich etwa von einem Herausgeber bearbeiteten Fassungen". Es wäre schön, wenn sich jemand daran halten würde.
Beim Internet-Archiv gibt es leider noch nicht viel, ausser "Zur soziologischen Psychologie der Löcher", gelesen von Alexander Ebel. (stream) download
 

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1 Kommentar February 17th, 2006

Scott MacDonald - Art In Cinema



Leider nichts deutsches dazu gefunden.
Das neue Buch von Scott MacDonald:

Art in Cinema : Documents Toward a History of the Film Society

From 1946 until 1954, the San Francisco-based film society Art in Cinema presented programs of independent film to audiences at the San Francisco Museum of Art and the University of California, Berkeley. Led by filmmaker Frank Stauffacher, Art in Cinema’s programs pioneered the promotion of avant-garde cinema in America. Scott MacDonald’s Art in Cinema presents complete programs presented by the legendary society; dozens of previously unavailable letters between Stauffacher, his collaborators, and filmmakers including Maya Deren, Hans Richter, Vincent Minelli, and Man Ray;
Weiterlesen @ Amazon.com

Documents Toward a History of the Film Society (Wide Angle Books)



 

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kommentieren February 15th, 2006

Ende der Fernsehkultur & Gegen akustischen Terror

Jürgen Bertram über das »Ende der Fernsehkultur«

bei amazon bestellen


Jürgen Bertram, geboren 1940, war innenpolitischer Mitarbeiter der dpa, Redakteur beim Spiegel und Mitarbeiter beim ARD-Politikmagazin Panorama, ab 1972 beim NDR. Er ging später für 13 Jahre als Korrespondent nach Asien. Nach »Der Storyjäger. Ein Enthüllungsroman aus der Welt der Fernseh-News« erschien jetzt sein neues Buch: »Mattscheibe. Das Ende der Fernsehkultur«.
Im "Neuen Deutschland" ist ein interessantes Interview mit Jürgen Bertram
Ihr Buch trägt den Untertitel: Das Ende der Fernsehkultur. Was ist das, Fernsehkultur?
Das, was die Gründungsväter des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens gemeint haben, nämlich seriöse Information, Aufklärung, der Versuch, die Zuschauer nicht nur zu berieseln und zu Konsumenten zu erziehen, sondern sie auch zu emanzipieren – das heißt aber nicht, dass sie bevormundet werden sollen – und ihnen Orientierungshilfe zu geben. Es ist jedenfalls nicht das, was heute passiert: Sie werden heute mit Boulevard und Entertainment konfrontiert.
ND - Gegen »akustischen Terror« - 09.02.06

Weiter gehts bei Deutschlandradio Kultur: "Seichte Unterhaltung statt Information" Jürgen Bertrams "Mattscheibe - Das Ende der Fernsehkultur", rezensiert von Thomas Jaedicke
Der Fernseh-Journalist Jürgen Bertram, 28 Jahre in verschiedenen - auch leitenden - Positionen beim NDR tätig, fährt schweres Geschütz auf: Massiv kritisiert der inzwischen pensionierte Asien-Korrespondent die personelle Besetzung in den ARD-Chefetagen. Ahnungslose Intendanten und Programmdirektoren versuchten durch arrogantes Auftreten ihre intellektuelle Hilflosigkeit zu kaschieren.
Deutschlandradio Kultur, Seichte Unterhaltung statt Information, 09.02.06

Und die Berliner Zeitung: Die Liebschaften der Prinzessin
Dabei fällt Bertrams kenntnisreicher Blick zurück nach zahlreichen Interviews mit Kollegen alles andere als nostalgisch aus. Vielmehr zeichnet er anschaulich und schlüssig nach, wie Parteienvertreter von CDU und SPD Einfluss auf die Strukturen und Personalentscheidungen der Sender nahmen.
 BZ, Eine Streitschrift beklagt das Ende der Fernsehkultur, 10.02.06


Danke symyp für die Links!
 

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1 Kommentar February 12th, 2006

WE FEED THE WORLD

Was uns das Essen wirklich kostet
Buchtip für März 2006 (wann die DVD kommt steht noch in den Sternen):

aus wikipedia: We Feed The World ist ein Dokumentarfilm von Regisseur Erwin Wagenhofer, gedreht im Jahr 2005 in Österreich, der Schweiz, Brasilien, Rumänien, Spanien und Frankreich.

Der Film handelt von der zunehmenden Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion und wirft ein kritisches Auge auf die Rolle der EU und ihre Agrarpolitik in diesem Zusammenhang. Der Film beginnt in Österreich und zeigt, dass dort allein in Wien täglich die Menge Brot weggeworfen und vernichtet wird, die in österreichs zweitgrößter Stadt Graz konsumiert wird. Als Grund dafür wird angeführt, dass Weizen heute billiger ist als der Streusplitt auf unseren Straßen, es also fast nichts mehr kostet Brot im Überfluss zu produzieren. Der nächste Beitrag kommt aus der Schweiz, wo wiederum Weizen aus Indien, einem Land, wo 200 Millionen Menschen Hunger leiden, importiert wird. Der Film kommt dabei ganz ohne einen Sprecher aus, die Bilder und einige Kommentare der handelnden Personen (Bauern, Biologen, …) sprechen für sich. Weitere Beiträge beleuchten das Fischereiwesen der Bretagne und die Pläne der EU dieses zu industrialisieren, die Gemüseproduktion in Spanien und Rumänien, wo Bauern von teuren Hybridsorten abhängig gemacht werden, den Sojaanbau auf vormaligen Regenwaldflächen in Brasilien zum Zwecke der Tierfütterung in Europa, obwohl Millionen Brasilianer hungern müssen, und die Hühnerzucht in Österreich näher. Den Abschluss des Filmes bildet ein Interview mit dem österreichischen CEO von Nestlé, Peter Braback-Letmathe. Er verdeutlicht mit seinen Aussagen, dass er die Nahrungsmittelproduktion als reinen Wirtschaftszweig sieht, in dem wenig Platz für die Rücksichtnahme auf die Natur ist.

Kritiken:
Oberösterreichische Nachrichten: Auch wenn es gnädiger wäre, manches nicht so genau zu wissen: Die Einblicke, die Wagenhofers Dokumentation (…) regen zur Gewissenserforschung an.
Ö1 Synchron: "We Feed The World" richtet sich aber nicht nur an das Bewusstsein der Konsumenten, sondern auch an die Politik. Gefordert sind Rückschritte in der Gestaltung grundlegender Rahmenbedingungen - Rückschritte, die den eigentlichen Fortschritt bedeuten würden.
ATTAC Austria: WE FEED THE WORLD ist ein Film über (…) den Mangel im Überfluss. Er gibt in eindrucksvollen Bildern Einblick in die Produktion unserer Lebensmittel sowie erste Antworten auf die Frage, was der Hunger auf der Welt mit uns zu tun hat


Webseite zum Film
 

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kommentieren February 4th, 2006

Buchtip: Film als subversive Kunst

Grad im Forum wieder hochgespült worden, ein EK-Buchtip von 2003:
Amos Vogel: Film als subversive Kunst. Kino wider die Tabus - von Eisenstein bis Kubrick
14,90 Euro
Vogels Buch wurde in den frühen 70er Jahren geschrieben, erschien 1974 in der amerikanischen Original-Ausgabe und avancierte schnell zum "Kultbuch". Seine Beliebtheit verdankt sich einer einzigartigen Mischung: Vogels immense Kennerschaft des internationalen, nicht nur auf die USA bschränkten Avantgarde- und Undergroundfilms, verbindet sich mit einer großen Offenheit gegenüber anderen Formen des Kinos wie dem populären Unterhaltungsfilm bis hin zum pornographischen Film.
Das Buch schildert -mit Hilfe von über 300 erstaunlichen und seltenen Fotos- die vielfältigen Formen der Subversion, die im Film möglich geworden sind: durch die unverblümte Darstellung von Sex und Gewalt, Tod und Geburt, durch Blasphemie und politische Radikalität, durch künstlerische Innovation und Rebellion gegen althergebrachte Gestaltungsmittel.


edit: Scheints bei Amazon leider nur noch in gebraucht zu geben …


 

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kommentieren February 2nd, 2006

Die heimliche Medienrevolution

politik-digital interviewt Erik Möller, Wikipedia-Aktivist und Autor des sehr empfehlenswerten Buchs "Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern"

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gefunden bei buchmarktnews
 

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1 Kommentar February 1st, 2006

Project Censored - Unterdrückte Nachrichten 2006

Seit rund 30 Jahren veröffentlicht das an der Sonoma State University in Kalifornien beheimatete Project Censored jedes Jahr eine Liste von ausgewählten Nachrichten, die von den Mainstream-Medien trotz ihrer Relevanz unterdrückt oder ignoriert werden. Die meisten Themen werden einzig von kleinen und eher alternativen Medienprojekten oder in der Bloggerszene aufgegriffen. Ende letzter Woche erschien eine Liste mit 25 ausgewählten Nachrichten, die im Jahr 2005 untergingen.
Der deutsche Ableger "Initiative Nachrichtenaufklaerung" wird seine Liste am 14.Februar im Rahmen einer Pressekonferenz an der Universität Bonn der Öffentlichkeit vorstellen.

Links: Liste der 25 Top Stories | Das Buch "Censored 2006"

Von mehr als 1000 unterdrückten Nachrichten wurden schliesslich 25 exemplarisch ausgewählt und in einer Liste zusammengefasst. Dem Team von Project Censored gehören knapp 200 Wissenschaftler, Studenten und andere Experten an. Wie üblich wird es die Resultate der Forschung wieder als Buch geben. Da das Projekt in den USA beheimatet ist, liegt der Hauptfokus natürlich dort.

gefunden bei indymedia
 

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kommentieren January 30th, 2006

Michael Haneke und seine Filme. Eine Pathologie der Konsumgesellschaft

Haneke und seine FilmeBei Amazon kann man ein interessantes Buch über Michael Haneke bestellen:
Der Fassettenreichtum der Beiträge mit seinen exakten formalen Analysen sowie mitunter widersprüchliche Interpretationsansätze ermöglichen, ein fundiertes Bild über „Michael Haneke und seine Filme“ zu gewinnen. Ein empfehlenswertes Buch über den „Meister der Verstörung“ – ein Must für Haneke-Fans und eine hilfreiche und anregende Lektüre für Haneke-Novizen.
Das Ikonenmagazin schreibt:
Das nun erschienene monografische Werk ist nicht die erste Auseinandersetzung mit Haneke, wohl aber die umfassendste und integrierte einige der vorangehenden Texte und Perspektiven. Die österreichischen Herausgeber haben eine Reihe namhafter Filmpublizisten (u.a. Andreas Kilb und Georg Seeßlen) hinzugewonnen, um die verschiedensten Aspekte von Hanekes Werk aufzuarbeiten. Theologie, Psychologie, Soziologie und Ethik werden als Ausgangsbasis genutzt und zeigen, dass Hanekes Filme diesen Ansprüchen gerecht werden und gesellschaftklich relevante Analysen zu bieten haben. Selbst in den Einzelfilmbetrachtungen bleibt der Blick auf intermediale und interdisziplinäre Aspekte gerichtet und charakterisiert Hanekes Filme letztlich als Teile eines erkenntnisfördernden Netzwerkes.

 

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kommentieren January 30th, 2006

Bücher Probe lesen bei Amazon

Bei Amazon kann man seit einiger Zeit in Büchern suchen und Texte probelesen, ausprobieren kann man das z.B. bei "Die Überwachungsmafia - Das gute Geschäft mit unseren Daten" von Pär Ström (hehe, schöner Name) oder dem Bash Handbuch.
 

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kommentieren January 28th, 2006

OpenSource Buch

OSS-BuchDas Buch “Free Culture” von Lawrence Lessig gibts jetzt auch in deutsch. Der Münchener Verlag Open Source Press hat das übersetzte Buch mit dem Titel “Freie Kultur - Wesen und Zukunft der Kreativität” veröffentlicht. Free Culture ist ein tolles Buch, welches in der Originalversion auch als PDF heruntergeladen werden kann. Eine Creative Commons Version lädt zum Remixen des Werkes ein. Davon haben schon viele Gebrauch gemacht. Es gibt ein Audiobook, verschiedenste Text-Formate (wie HTML) und auch ein Wiki zum Weiterentwickeln des Werkes.

 

via netzpolitik.org
 

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2 Kommentare January 28th, 2006


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